Maxim Gorki ist der Namenspatron eines neuen Nachtcafés für Obdachlose in Berlin-Lichtenberg. In seinem bekannten Theaterstück „Nachtasyl" beschreibt Gorki das Elend der Armut und zeigt, welche Folgen individuelle Hoffnungslosigkeit und fehlender gesellschaftlicher Zusammenhalt haben können. Um dem entgegenzuwirken öffnet der Humanistische Verband Deutschlands in Berlin am morgigen Donnerstag, den 5. November 2009, unter dem Namen „Nachtasyl Gorki" eine Einrichtung mit Hilfsangeboten für obdachlose Menschen.
Im Nachtasyl des HVD Berlin wird das Team des ehemaligen „Nachtcafés Landowski" um den Schriftsteller Karsten Krampitz tätig sein. Die Ehrenamtlichen hatten sich 2008 aus Protest von der Diakonie getrennt, nachdem der Konflikt mit dem Träger um die Umbenennung des Projektes von „Arche" in „Nachtcafé Landowski" nicht beigelegt werden konnte.
Das neue Nachtcafé „Gorki" hat vom 5. November 2009 bis zum 31. März 2010 geöffnet und ist in die Berliner Kältehilfe integriert. Es ist vor allem ein Zufluchtsort vor winterlicher Kälte. Mindestens 10 Obdachlose erhalten im „Nachtasyl Gorki" zunächst einmal wöchentlich neben einem Schlafplatz auch Verpflegung, warme Getränke und soziale Betreuung. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, zu duschen, Wäsche zu waschen und die Kleider zu wechseln. In den Wintermonaten sollen auch kulturelle Veranstaltungen rund um den Namensgeber Gorki stattfinden. Karsten Krampitz, Berliner Schriftsteller und einer der ehrenamtlichen Mitarbeiter des Projekts, meint: „Frei nach Gorki wollen wir den Menschen respektieren, nicht bemitleiden. Wir wissen doch nicht, wer er ist, wozu er geboren wurde und was er noch vollbringen kann."
Das Obdachlosencafé öffnet immer donnerstags um 17 Uhr in der Weitlingstraße 11 direkt am Bahnhof Lichtenberg (S-Bahn, U-Bahn, Deutsche Bahn). Dabei nutzt das „Nachtasyl Gorki" die Räume von MUT - Gesellschaft für Gesundheit mbH, die dort eine Tagesstätte und Arztpraxen für Obdachlose betreibt. Der Humanistische Verband in Berlin hat mit MUT einen Partner gefunden, der sich seit Jahren erfolgreich in der Obdachlosenhilfe engagiert. Während der Öffnungszeiten ist das „Nachtasyl Gorki" unter der Telefonnummer 0176-75242144 erreichbar.
Für Presseanfragen, Interviews und die Berichterstattung stehen die Ehrenamtli-chen zur Verfügung. Diesbezüglich vereinbaren Sie bitte einen Termin mit der Pressestelle des HVD [1] oder mit dem ehrenamtlichen Mitarbeiter des „Nachtasyl Gorki" Sebastian Rosche unter 0178 1415692.
Links:
[1] http://www.hvd-berlin.de/presse