HVD Berlin gratuliert Markus Dröge zur Einführung als neuer Bischof der Landeskirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz

Der HVD Berlin gratuliert Markus Dröge zu seiner morgigen Einführung als neuer Bischof der Landeskirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz und fordert erneut eine Beendigung des Kirchensteuerstreits.

Der Humanistische Verband Deutschlands, Landesverband Berlin e.V. gratuliert dem neuen Bischof der Kirchenprovinz Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz Markus Dröge zu seiner morgigen Amtseinführung. Mit Markus Dröge tritt ein Mann die Nachfolge von Bischof Huber an, dessen Welterfahrung einer Stadt wie Berlin viele Chancen bietet. Insbesondere wir Humanistinnen und Humanisten hoffen auf eine zugeneigte und wohlwollende Zusammenarbeit und sind bereit zu einem christlich-humanistischen Dialog.


Es gab und gibt Interessenkonflikte und auch Konkurrenzen zwischen den Aktivitäten der Kirche und unserem Verband. Jüngstes Beispiel waren die scharfen Auseinandersetzungen zwischen den Interessengruppen Pro Reli / Pro Ethik in Berlin. Und sicher wird es auch künftig Interessenskonflikte geben.


Zugleich gibt es aber viele Bereiche, in denen sich die Interessen und Tätigkeitsfelder beider Organisationen überschneiden. So sind zwar die Schwerpunkte und Akzente im Bereich der sozialen Arbeit unterschiedlich gesetzt, doch geht es sowohl der Kirche als auch dem Humanistischen Verband in Berlin in ihrem Tun um eine sozialere und gerechtere Gesellschaft, um die Rückorientierung zum Menschen und zur Gemeinschaft hin in einer zunehmend individualisierten und profitorientierten Welt.


Der HVD Berlin lädt Bischof Markus Dröge daher ein, in einen Dialog und Austausch zu treten. Dieser soll die nötigen unterschiedlichen Ansichten zu Bekenntnis- und Ethikfragen keineswegs verkennen, zugleich aber die Möglichkeit bieten, Kulturkämpfe zu vermeiden und über gemeinsame Anliegen respektvoll zu diskutieren und zu streiten.


Darüber hinaus möchte der HVD Berlin Bischof Dröge dazu aufrufen, die in der Landeskirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz praktizierte Suche nach ehemaligen Kirchenmitgliedern bzw. „Kirchensteuerflüchtigen" einzustellen. Personen, die keine Kirchensteuer zahlen, in der Regel in den neuen Bundesländern geboren sind oder dort wohnen und von denen nach 1990 keine ausgestellte Kirchenaustrittserklärung vorliegt, werden über ein Schreiben des Finanzamts gebeten, ihren Kirchenaustritt zu belegen. Können Sie kein rechtsgültiges Austrittsdokument vorlegen, wird Kirchensteuer verlangt, teilweise rückwirkend, soweit finanzrechtlich zulässig. Auf diese Weise findet die Kirche nach Informationen des Humanistischen Verbandes jährlich ca. 5.000 Personen, die ihr Leben selbstbestimmt außerhalb der Kirche entwickelt haben. Klagen dieser Menschen scheitern meist an dem Fehlen einer rechtsgültigen Austrittserklärung. In diesem Zusammenhang erinnert der HVD Berlin an die Forderung einer „Weihnachtsamnestie im Kirchensteuerstreit" aus dem Dezember 2004.


Der Humanistische Verband in Berlin steht für dialogische Debatten und respektvolle Streitgespräche zur Verfügung.