23. Februar 2010

Per La Vita – Für das Leben

Esther Bejarano & Microphone Mafia

Esther Bejarano, eine der letzten Überlebenden des Mädchenorchesters des Konzentrationslagers Auschwitz, hat Geschichte am eigenen Leib erlebt. Von diesen Erlebnissen berichtet sie als Zeitzeugin in Schulen, sie mischt sich aktiv in die Politik ein, geht auf Antifa-Demos. Und sie singt darüber. Ihr Programm "Lider far's Leben" besteht aus Liedern jiddischer Sprache, die in den Ghettos und Konzentrationslagern entstanden sind, sowie aus Liedern der Gegenwart, die Ausgrenzung, Rassismus und Gewalt thematisieren.

Die Kölner Rapper Kutlu Yurtseven und Rosario Pennino sind typische Jugendliche mit Migrationshintergrund. Aufgewachsen im Kölner Arbeiterviertel wurden und werden sie ständig mit Rassismus konfrontiert. Seit zwanzig Jahren sind sie als Microphone Mafia unterwegs und rappen auf türkisch, neapolitanisch und Kölsch. Gemeinsam mit Esther Bejarano initiierten sie das künstlerische Projekt: Per La Vita - Für das Leben, indem sie die unterschiedlichen Erfahrungen aus der Vergangenheit zusammen brachten, um sie mit anderen zu teilen, aus ihnen zu lernen und gemeinsam für eine bessere Zukunft einzutreten.

Die Stücke sind nicht unbekannt - sie reichen von Traditionellem über Textvertonungen von Bertolt Brecht, Nazim Hikmet, Mikis Theodorakis und Boris Vian bis hin zu bekannten jiddischen Liedern. Was sie aber einzigartig macht, ist die musikalische und textliche Bearbeitung durch die Microphone Mafia. Kutlu Yurtseven und Rosario Pennino verstehen es, den Inhalt der Lieder in die Neuzeit zu transportieren und sie so auch jüngeren Generationen zugänglich zu machen. So werden selbst Avanti Popolo oder Bella Ciao wieder hörenswert. Mehr noch: Per La Vita ist ein musikalisches Bekenntnis - für eine Zukunft ohne Antisemitismus, Rassismus, Ausbeutung und Krieg.

Sonnabend, 27. Februar 2010, 14 Uhr
WABE, Danziger Str. 101, 10405 Berlin, Karten 5,- €